Robert Temel
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2007
„Der Überdrüber-Bau“, Der Standard/Immobilien, 09.06.2007, S. I1

Volltext

Ausschnitt:


Mit Überbauungen von Straßen und Bahngleisen schafft man neue Flächen quasi aus dem Nichts. Zu den Kosten will leider niemand etwas sagen.
Was tun, wenn die Stadt schlicht und einfach keine Flächen mehr hergibt? Die Antwort ist so simpel wie bewährt: Bereits in den Sechzigerjahren wurde der Pariser Bahnhof Gare Montparnasse mit Büro- und Wohnbauten überbaut. Zur gleichen Zeit entstand in New York die unterirdische Pennsylvania Station, über der sich der riesige Veranstaltungskomplex Madison Square Garden befindet.
Die ersten Wiener Projekte, die derartige Überbauungskonzepte in die Realität umsetzten, waren der Franz-Josephs-Bahnhof und – viel später – die Donau-City, deren vorderste Bebauungsreihe sich über der Donauufer-Autobahn befindet. Ähnlich das Konzept für den neuen Stadtteil Monte Laa in Favoriten: Durch die Überplattung der Südosttangente entstand quasi aus dem Nichts neuer Grund und Boden für einen Wohn- und Bürokomplex über der Autobahn. Dass die Verkehrserschließung reichlich zu wünschen übrig lässt, ist ein anderes Kapitel.

High Line, Meatpacking District | Foto: RT High Line, Meatpacking District | Foto: RT