Robert Temel
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2009
„Pädagogik und Raum Teil 3: Innovativer Schulbau in Europa“, in: Architektur- und Bauforum 13, Juli 2009, Nr. 367, S. 9–11

Volltext


Ausschnitt S. 9:


Die kleine Schule in der großen Schule

Vermutlich eines der innovativsten Beispiele ist die Futurum Skola in Bålsta nahe Stockholm. Herausragend ist dabei nicht so sehr die architektonische Gestaltung, sondern vielmehr die enge Verknüpfung von innovativer Pädagogik und räumlicher Struktur, die zur Unterstützung des pädagogischen Konzeptes genutzt wird. Zwei in den Siebzigerjahren errichtete Schulbauten, eine Grund- und eine Mittelschule, wurden vor zehn Jahren vom Architekten Jack Pattison in eine gemeinsame Schule aller Fünf- bis 16-Jährigen mit insgesamt etwa 900 Schülern und 150 Lehrern umgebaut. Basis der Futurum-Schule ist das Konzept „Schule 2000“, entwickelt vom Stockholmer Schulinspektor Ingemar Mattsson, das darauf abzielt, die Schüler besser auf die Zukunft vorzubereiten, als das in konventionellen Schulen möglich ist. Dabei stehen drei Ansätze im Zentrum: erstens die Gestaltung des Schulgebäudes; zweitens die Schulorganisation unter dem Schlagwort „kleine Schule in der großen Schule“ und mittels Lehrerteams; drittens neue Unterrichtsmethoden und Sozialformen, beispielsweise Individualisierung, Teamwork, Eigenverantwortung und Prozessorientierung. – Die Konzepte dieses dritten Ansatzes sind, wie man sieht, keineswegs ungewöhnlich, werden aber in Kombination mit den ersten beiden Ansätzen nachhaltiger wirksam.

Reihung der Zustimmung zu Partizipation. | Grafik: RT Reihung der Zustimmung zu Partizipation. | Grafik: RT