Robert Temel
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2009
„Zukunft Baugemeinschaft. Selbstbestimmtes Bauen in Wien“, in: Architektur- und Bauforum 15, September 2009, Nr. 369, S. 9–11

Volltext

Ausschnitt S. 9:

Das Prinzip ist einfach, die Resultate sind verblüffend: Statt sich beim Wohnbau auf den Markt zu verlassen oder ein Einfamilienhaus im Speckgürtel der großen Städte zu errichten, wohnen heute viele lieber urban und selbstbestimmt. Das Ergebnis ist oft nachhaltiger, gemeinschaftsorientierter, kindgerechter, einfach vielfältiger als was die gewerblichen und gemeinnützigen Bauträger bieten.
Seit einigen Jahren macht dieses Modell in der Architekturpresse Schlagzeilen – einige Leute mit dem Wunsch, die eigene Wohnsituation zu verbessern, tun sich zusammen: Familien, Einzelpersonen, Junge und Alte. Meist entsteht so eine Gruppe, die 15 bis 30 Wohnungen braucht, doch es gibt auch Projekte mit weit über 100 Einheiten. Die Gruppe gründet zusammen einen Träger, beauftragt einen Architekten, erwirbt ein Grundstück und baut darauf das eigene Wunschwohnhaus. Die Popularität des Modells in den Fachmedien basiert auf architektonisch herausragenden Berliner Beispielen. Dazu zählen „ten in one“ in Berlin-Mitte mit aufwändiger Fassade von Roedig Schop Architekten; das Projekt e_3 am Prenzlauer Berg von Kaden Klingbeil Architekten, Europas erstes Wohnhaus mit siebengeschoßigem Holzskelett-Tragwerk; oder eines der ersten Projekte der neuen Berliner Welle von 2004, die Wohnetagen Steinstraße von Carpaneto Schöningh Architekten.

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