Robert Temel
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2009
Baugemeinschaften in Wien. Endbericht 1: Potenzialabschätzung und Rahmenbedingungen, Studie im Auftrag der Stadt Wien, Magistratsabteilung 50 – Wohnbauförderung, Referat für Wohnbauforschung, Wien 2009, 100 S. (mit Maja Lorbek, Aleksandra Ptaszyńska (SORA), Daniela Wittinger (SORA))

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Ausschnitt S. 4:

Die vorliegende Studie befasst sich mit Wohnbauprojekten, die von den zukünftigen BewohnerInnen selbst (mit-)initiiert und mitgestaltet werden. EntwicklungspartnerInnen sind dabei meist ArchitektInnen, ProjektentwicklerInnen, ModeratorInnen, diverse FachberaterInnen (Rechtsform, Finanzierung, etc.), teilweise auch Wohnbauunternehmen und Stadtpolitik sowie -verwaltung. Entscheidend für das Verständnis der Art von Projekten, die hier untersucht werden, ist die Mitbestimmung der BewohnerInnen bei der Entwicklung ihrer zukünftigen Wohnumgebung, von der Wohnung selbst bis zum Wohnhaus samt Gemeinschafts- und Gewerberäumen und zu privaten Außenflächen – und zwar die gemeinschaftliche Mitbestimmung und nicht bloß die Entwicklung einer Reihenhausanlage, wo jedeR über den eigenen Teil unbeschränkt entscheidet. Es ist für unsere Sicht auf das Phänomen nicht relevant, ob der erste Anstoß dabei von den BewohnerInnen selbst kommt oder von ArchitektInnen, ProjektentwicklerInnen, einer Kommune oder anderen, sondern ob es weitgehende Entscheidungsmöglichkeiten für die zukünftigen BewohnerInnen über das zu entwickelnde Projekt gibt. Projekte der MieterInnenmitbestimmung, die erst nach dem konventionell erfolgten Bau starten, sind demnach hier kein Thema, auch wenn sie natürlich durchaus unterstützungswürdig sind – diese Studie konzentriert sich auf Voraussetzungen und Umstände des Wohnungsneubaus auf Basis weitgehender gemeinschaftlicher BewohnerInnen-Mitbestimmung.

Cover der Publikation Gemeinsam Bauen und Wohnen in der Praxis 2015 | Grafik: Claudia Litschauer Cover der Publikation Gemeinsam Bauen und Wohnen in der Praxis 2015 | Grafik: Claudia Litschauer