Robert Temel
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2013
Kategorien Stadt Forschung

Zeitraum März bis September 2013; 6 Monate

Auftraggeber Stadt Wien, Magistratsabteilung 21 – Stadtteilplanung und Flächennutzung

Kooperationspartner


Kontext
Das Planungsressort führte 2012 das so genannte „kooperative Verfahren“ als neue Methode der städtebaulichen Planung ein, die damit neben die bisherigen Vorgangsweisen – städtebauliche Wettbewerbe und Bebauungsstudien – trat. Damit folgte Wien dem Vorbild von Städten und Regionen wie Zürich, München und dem Ruhrgebiet.

Ziel
Nachdem die ersten neun Verfahren auf sehr unterschiedliche Art durchgeführt worden waren, sollte mittels einer Evaluierung geklärt werden, ob sich die neue Methode bewährt hat und welche Vorgangsweisen dafür empfehlenswert sind.

Vorgangsweise/Methoden
Basis für die Evaluierung waren etwa 20 Inteviews, mehrere Workshops und Gesprächsrunden mit ProtagonistInnen der Verfahren; eine online-Befragung aller 170 TeilnehmerInnen der neuen Verfahren; sowie die Analyse der Verfahrensunterlagen und Resultate. Mithilfe dieses Materials wurde die neun Verfahren jeweils mit ihren Pros und Contras bewertet und beispielhafte Verfahren der Vergangenheit und aus anderen Städten vorgestellt; darauf aufbauend wurden die Verfahren anhand verschiedener Kriterien kategorisiert; es wurden die Vor- und Nachteile der neuen Methode erläutert, damit verbundene Ziele sowie die Zielerreichung dargestellt und schließlich detaillierte Empfehlungen für den Einsatz der Methode formuliert.

Resultat
Die Evaluierung zeigte, dass in wichtigen Bereichen mithilfe des kooperativen Verfahrens Fortschritte gemacht worden waren (dialogische Stadtentwicklung, Sicherung städtebaulicher Qualitäten, Vermeidung von langwierigen Umplanungen, Zusammenführen von Wissen statt Wahl des relativ Besten). Sie zeigte allerdings auch, dass in manchen Bereichen der Erfolg noch nicht klar erkennbar ist (Stärkung der Planungskultur, bessere Grundlagen für die weitere Planung) und dass es bei der sehr wichtigen Frage der Verknüpfung mit der Öffentlichkeit starke Defizite gibt.

Warum ist das ein Referenzprojekt?
Das Projekt verbindet Forschung und Praxis, Analyse und Entwicklung und ist beispielhaft für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung planerischer Methoden.

Information
Die Evaluierung wird in Kürze als Werkstattbericht der Wiener Stadtplanung publiziert.
Projektdarstellung

Reaktionen
www.architektur-aktuell.at/debatte/kommentar/robert-temel-das-kooperative-verfahren-in-wien
Im Anschluss an das Projekt wurde ich zusammen mit raum & kommunikation mit der Erstellung eines Leitfadens für kooperative Verfahren beauftragt.

Werkstattgespräche Referenzsystem Schulbau | Foto: RT Werkstattgespräche Referenzsystem Schulbau | Foto: RT