Robert Temel
temel.at/?area=reference&reference_id=72

2006
Kategorien Kultur Vermittlung

Zeitraum
Februar 2005 bis Oktober 2006; 21 Monate

Auftraggeber
innovatives-oesterreich.at (Rat für Forschung und Technologieentwicklung, Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Verkehr, Innovation und Technologie; Wirtschaft und Arbeit)

Kooperationspartner uma

Kontext
innovatives-oesterreich.at war eine Initiative, um das Verständnis für den Nutzen von Innovation, Forschung und Technologieentwicklung zu erhöhen. Als Teil der Kampagne wurde die Konferenz durchgeführt, um im Kontext der Innovationspolitik jenseits der üblichen Technologieorientierung zu gelangen, um die Potenziale von Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zu erörtern und zu zeigen.

Ziel
Die Wissenschaftspolitik zum Thema Kulturerbe sollte umorientiert werden von einer nostalgischen, vorrangig auf die klassische Hochkultur ausgerichteten Tendenz hin zum aktuellen Stand der Wissenschaften in diesem Feld und zu Interdisziplinarität. Unter Kulturerbe sollte man eine ebenso offene, vielfältige und vernetzte Praxis verstehen können, wie man das für gegenwärtige Kultur erwartet. Zielgruppe waren Entscheidungsträger aus Österreich und der EU in den Bereichen Wissenschaftspolitik, Forschungsförderung, Wissenschaftsmanagement und von der Wissenschaftspolitik potenziell Betroffene.

Vorgangsweise/Methoden
Ausgangspunkt für die Programmierung waren Themen, die in der Machbarkeitsstudie „Definition, Erfassung und Erhaltung des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes in Österreich“ im Auftrag des Wissenschaftsministeriums bearbeitet worden waren. Zunächst wurde ein Programmkomitee für die Konferenz gegründet, das aus Homi K. Bhabha (Harvard), Claudia Haas (London/Wien), Christian Dögl (Wien) und Robert Temel (Wien) bestand. Das Komitee formulierte die inhaltliche Linie der Konferenz und lud die Vortragenden ein. Die beiden Konferenztage wurden in vier Sessions geteilt, in denen zunächst ein Überblick zum zentralen Thema, der Rolle des Erzählens im Kulturerbe, gebracht wurde. Anschließend wurden die beiden zentralen Situationen des Museums und des Stadtraums im Zusammenhang mit dem Erzählen diskutiert und schließlich eine Conclusio gezogen.
Session 1, Narrating Heritage
Homi K. Bhabha: The Texture of Heritage
Monika Mokre: The Cultural Heritage in Spite of Everything
Peter Weibel: Heritage and the Noah’s Ark Principle. A Defect Narration
Session 2, The Museum as a Site of Narration
Ulrike Vedder: Museum and Death
Churchill Madikida: Mapping Memory. Former Prisoners tell their Stories at Constitution Hill
Gail Durbin: Who tells the Museum Story?
HG Merz: video audio disco
Session 3, The City as a Site of Narration
Felipe Hernández: Beyond Dichotomous Cities. Historicizing Transculturation and the Latin American City
Margaret Crawford: Listening to Chelsea, Massachusetts
Rahul Mehrotra: Bazaars in Victorian Arcades. Conservation and the Question of Cultural Significance
Session 4, Continuing Narration
Adelheid Pichler, Johanna Riegler and Fernand Kreff: From Rethinking Culture to Rethinking Cultural Heritage
Monika Sommer-Sieghart: Rethinking Cultural Heritage, Remapping Curatorial Practice
Elke Krasny: City Telling or Walking down Memory Lane

Resultat
Die Konferenz machte die komplexen Bezüge zwischen Kultur, Politik und Gesellschaft deutlich und versuchte damit, einer verkürzten und autonomen Konzeption von Kultur entgegenzuarbeiten; stattdessen muss Kulturerbe immer im politischen und sozialen Kontext gesehen werden, in dem es entstand und gelebt wird.

Warum ist das ein Referenzprojekt?
Die Konferenz versammelte zum Thema Kulturerbe eine beispielhafte, den zeitgenössischen Stand der Forschung referierende, interdisziplinäre Gruppe von Vortragenden, die innerhalb von zwei Tagen die Komplexität des Themas vermitteln konnte.

Information
http://web.archive.org/web/20100329194519/http://scope.at/
Konferenz-Booklet (PDF)
Projektdarstellung

Reaktionen
http://sciencev1.orf.at/news/145821.html
http://derstandard.at/2600664

Infoabend Baugemeinschaften, Mai 2010 | Foto: Petra Hendrich Infoabend Baugemeinschaften, Mai 2010 | Foto: Petra Hendrich