Robert Temel
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2012–2014
Kategorien Stadt Gestaltung

Zeitraum Jänner 2012 bis Mai 2014; 29 Monate

Auftraggeber Stadt Wien, Magistratsabteilung 19 – Architektur und Stadtgestaltung

Kooperationspartner


Kontext
Bereits 2005 wurde vom Wiener Planungsressort eine „Architekturdeklaration“ ausgearbeitet, die allerdings innerhalb wie außerhalb des Wiener Magistrats wenig bekannt war. In der Regierungserklärung der rot-grünen Koalition von 2010 wurde festgelegt, baukulturelle Leitsätze zu beschließen. Der Auftrag für die Begleitung des Leitsatzprozesses und die redaktionelle Erarbeitung ging an mich.

Ziel
Die baukulturellen Leitsätze sollen dazu dienen, die Qualität der gebauten Umwelt in Wien zu steigern. Das soll vor allem über Bewusstseinsbildung innerhalb des Magistrats und stadtnaher Unternehmen gelingen, sodass alle AkteurInnen, die mit baukulturellen Fragen zu tun haben, sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Durch vorbildhaftes baukulturelles Verhalten der Stadt sollen indirekt alle privaten AkteurInnen in Wien ebenfalls zur Wahrnehmung ihrer Verantwortung ermutigt werden.

Vorgangsweise/Methoden

Um eine möglichst breite Bekanntheit und Verankerung der Leitsätze im Magistrat zu erreichen, begannen wir den Leitsatzprozess durch eine Reihe von 35 Interviews mit möglichst allen betroffenen Dienststellen und Unternehmen sowie einzelnen Externen. Anhand der dabei gesammelten Inhalte wurden zunächst ein magistratsinterner Workshop und dann ein Workshop mit etwa 50 internen und externen TeilnehmerInnen durchgeführt. Diese Veranstaltungen waren Basis für eine erste Textfassung, die schließlich in einem weiteren großen Workshop zur Diskussion gestellt und anhand der Anmerkungen der TeilnehmerInnen verbessert wurde. Danach folgte ein Abstimmungsprozess mit verschiedenen betroffenen Dienststellen und politischen VertreterInnen, bevor Anfang 2014 schließlich eine endgültige Textfassung der Leitsätze für den Beschluss im Gemeinderat sowie eine Formulierung des baukulturellen Programms, wie es das Planungsressort vertritt, verfasst wurde.

Resultat
Der Kern des Programms, die baukulturellen Leitsätze, wurde am 29. April 2014 vom Wiener Gemeinderat als Resolutionsantrag beschlossen. Der Gemeinderat forderte den Magistrat der Stadt Wien und die Betriebe in ihrem Einflussbereich auf, die Leitsätze als Handlungsmaxime anzuwenden.

Warum ist das ein Referenzprojekt?
Das Projekt ist ein langfristiger, partizipativ angelegter Entwicklungsprozess. Das Resultat, das baukulturelle Programm mit den Leitsätzen, hat sowohl deklarativen Charakter als auch das Ziel, durch konkrete Maßnahmen direkt handlungsleitend zu wirken.

Information
www.wien.gv.at/stadtentwicklung/architektur/baukultur
www.wien.gv.at/wienatshop/Gast_STEV/Start.aspx?artikel=367138
Projektdarstellung

Reaktionen
Im Herbst 2014 wurde eine Ausstellung in der Wiener Planungswerkstatt durchgeführt, um die Inhalte der Leitsätze zu vermitteln. Und um das baukulturelle Programm längerfristig lebendig zu halten, wird es Arbeitsgruppen mit jährlich wechselnden Themen geben, die jeweils konkrete Vorschläge für Weiterentwicklungen erarbeiten sollen. Die erste Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Thema Bildung und Baukultur.
www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/630167_Alles-ist-Baukultur.html

Wohnbaubiennale 2008 | Foto: Franz Pfluegl Wohnbaubiennale 2008 | Foto: Franz Pfluegl